Ja. Gemessen an ihrem Gewicht gehört Merinowolle zu den wärmsten Stoffen, die du tragen kannst, und anders als die meisten warmen Stoffe bringt sie dich nicht sofort ins Schwitzen, wenn du ein geheiztes Büro oder einen vollen Zug betrittst. Merino hält ruhende Luft zwischen den gekräuselten Fasern fest, isoliert auch noch, wenn es feucht wird, und gibt überschüssige Wärme und Feuchtigkeit ab, wenn dir warm wird. Genau diese Kombination macht es ideal für einen europäischen Winter, in dem du ständig zwischen kalten Straßen und warmen Räumen wechselst.

Wie warm sich ein Merino-Kleidungsstück anfühlt, hängt weniger von der Faser ab als vom Stoff: Ein Hemd mit 135 g/m² und ein Flanell mit 183 g/m² sind beide aus 100 % Merino, aber für ganz unterschiedliche Tage gemacht. Hier erklären wir, wie Merino dich warm hält, welches Gewicht du wann trägst, wie du Lagen kombinierst und wie Merino im Vergleich zu Baumwollflanell, Kaschmir und Fleece abschneidet. Alles über die Faser selbst findest du in unserem Ratgeber zu Merinowolle.

Wie Merinowolle dich warm hält

Sie hält Luft fest. Merinofasern haben eine natürliche Wellung, die Kräuselung. Millionen dieser winzigen Wellen bilden kleine Taschen ruhender Luft zwischen den Fasern, und ruhende Luft ist einer der besten Isolatoren überhaupt. Deshalb wärmt ein Merino-Kleidungsstück, ohne schwer zu wirken.

Sie wärmt auch, wenn sie feucht ist. Das ist im Winter der größte Vorteil von Wolle. Merino nimmt Wasserdampf ins Innere der Faser auf, rund 30 % des Eigengewichts, bevor es sich nass anfühlt, sodass die Oberfläche auf deiner Haut trocken bleibt. Baumwolle macht das Gegenteil: Sie saugt Schweiß oder Regen auf, bleibt nass und entzieht deinem Körper Wärme. Wenn Wolle Feuchtigkeit aufnimmt, gibt sie sogar ein wenig Wärme ab, genau dann, wenn das Wetter kalt und nass wird.

Sie reguliert. Wenn dir warm wird, beim zügigen Gehen, in der vollen Straßenbahn oder im überheizten Besprechungsraum, leitet Merino die überschüssige Feuchtigkeit und Wärme von deiner Haut weg, statt sie festzuhalten. So schwitzt du drinnen nicht, um draußen zu frieren. Es ist dieselbe Faserstruktur, die Merino knitterresistent macht, und der Grund, warum ein Merinohemd auch am Ende eines langen Wintertags noch frisch aussieht und sich frisch anfühlt.

Sie ist weich genug für die Haut. Klassische Wolle ist grob und kratzt. Superfeine Merinowolle, 17,5 Mikron in unseren Hemden und Pullovern, ist so fein, dass die meisten Menschen überhaupt kein Kratzen spüren. Das zählt, wenn deine Basisschicht den ganzen Tag auf der Haut liegt.

Warum das Stoffgewicht wichtiger ist, als du denkst

Unsere Hemden und Pullover bestehen aus superfeiner Merinowolle, aber wie die Wolle gewebt oder gestrickt ist, entscheidet darüber, wie warm ein Kleidungsstück ist. Das Stoffgewicht, bei gewebten Hemden in Gramm pro Quadratmeter (g/m²) angegeben, ist die schnellste Orientierung:

TeilStoffGewichtIdeal für
Merino-T-ShirtClimaForce Merino-JerseyLeichtBasisschicht, ganzjährig
Merino-BusinesshemdPopeline oder Twill aus superfeiner Merinowolle135 g/m²Geheizte Büros, unter Pullover oder Sakko
Arne Merino-DenimDenim-Twill aus Merino und Lyocell177 g/m²Kalte Tage, allein oder unter einer Jacke
Arne FlanellhemdAngerauter Merino-Flanell183 g/m²Kalte Tage, allein oder als leichtes Overshirt
Merino-PulloverGestrickt, 615 g bis 1.240 g (Größe L)Mittel bis schwerMittelschicht, von kühl bis richtig kalt

Ein leichteres Hemd ist kein schlechteres Winterhemd: Unter einem Pullover ist ein Merinohemd mit 135 g/m² genau richtig, weil es im warmen Büro atmet. Willst du aber ein Hemd, das dich allein warm hält, nimm das schwerere Denim oder den Flanell.

Die besten Merino-Teile für den Winter

Merino-Flanellhemden: warm ohne Volumen

Unsere Arne Merino-Flanellhemden werden in Biella, Italien, aus superfeiner Merinowolle mit 183 g/m² gewebt und an der Oberfläche angeraut, für einen weichen, warmen Griff. Sie sind nicht so dick wie manche schweren Baumwollflanelle, und genau darum geht es. Die Wärme kommt von der Merinowolle, nicht vom Volumen. Ein dicker Baumwollflanell hält dich warm, bis du dich bewegst, dann wird er zu warm, fühlt sich klamm an und bleibt es auch. Merino-Flanell gibt dir die Wärme, die du brauchst, und atmet dabei weiter. Er funktioniert also auf dem kalten Weg zum Bahnhof genauso wie eine Stunde später am Schreibtisch. Und er sitzt glatt unter Mantel oder Jacke, ohne aufzutragen.

Arne gibt es in drei Farben: Navy Mélange, ein Asphalt-Kastanie-Karo und ein Moos-Indigo-Karo. Oder, wie es eine Kundin formulierte: „Sehr gut geschnitten, weich, fein und warm.“ (Axelle, Arne Flanellhemd, aus dem Französischen übersetzt)

Merino-Denimhemden

Das Arne Merino-Denimhemd ist unser schwerstes Denim: ein Twill mit 177 g/m², gewebt in Biella, Italien, aus 76 % superfeiner Merinowolle und 24 % Lyocell, in dunklem Navy. Die Denimbindung und das höhere Gewicht machen es zu einem Hemd, das dich an kalten Tagen allein warm hält, und weil es ohne Indigo gefärbt ist, verblasst es nicht wie eine Jeans. Ein Kunde brachte es auf den Punkt: „Es ist wärmer als die Hemden aus 100 % Merino, aber genau das gefällt mir.“

Merino-Pullover und Strickjacken

Beim Strick zeigt Merino im Winter, was es kann. Unsere Merino-Pullover und Strickjacken reichen vom mittelschweren Phil (615 g in Größe L) bis zum schweren Viggo Zip-Pullover (1.240 g), alle in Portugal aus superfeiner Merinowolle mit 17,5 bis 18,5 Mikron gestrickt. Das Garn ist Harmony 4.0 von Tollegno, einer Spinnerei in Biella, Italien. Es wird kompakt und hochgedreht gesponnen, sodass die Fasern fest im Garn sitzen. Dadurch neigen die Pullover deutlich weniger zum Pilling und behalten Saison für Saison ihre Form. Mehr dazu auf unserer Seite über unsere Strickgarne.

„Super warm. Kratzt überhaupt nicht. Definitiv der beste Pullover, den ich habe.“ (Kundenbewertung, Viggo Merino Zip-Pullover, aus dem Englischen übersetzt)

Merino-T-Shirts als Basisschicht

Ein Merino-T-Shirt unter Hemd oder Pullover ist der einfachste Weg, Wärme ohne Volumen hinzuzufügen. Es reguliert die Feuchtigkeit genau dort, wo sie entsteht, auf deiner Haut. Unsere Merino-T-Shirts bestehen aus ClimaForce, einem Merinogarn mit feinem Nylon-Kernfaden, und halten tägliches Tragen und häufiges Waschen deshalb deutlich besser aus als T-Shirts aus 100 % Merino.

Merino-Businesshemden fürs Büro

Unsere ganzjährigen Merino-Hemden sind allein keine Winterhemden, aber die besten Hemden für unter die Winterlagen. Jedes davon trägt sich angenehm unter unserem Strick. Unter Pullover oder Sakko im geheizten Büro hält ein Baumwollhemd den Schweiß fest und wird klamm. Ein Merinohemd atmet, bleibt den ganzen Tag frisch und sieht auch dann noch gepflegt aus, wenn du den Pullover ausziehst.

So kombinierst du Merinowolle im Winter in Lagen

Das Lagenprinzip funktioniert, weil jede Schicht ihre eigene Aufgabe hat. Merino beherrscht sie alle.

  • Basisschicht: ein Merino-T-Shirt direkt auf der Haut, das Feuchtigkeit reguliert und dich trocken hält.
  • Mittelschicht: ein Merinohemd, Flanellhemd oder Pullover, der warme Luft festhält.
  • Außenschicht: ein Mantel oder eine Jacke gegen Wind und Regen. Weil deine Merino-Lagen Wärme und Feuchtigkeit so gut regulieren, reicht oft ein leichterer Mantel, als du denkst.

Ein paar Kombinationen, die funktionieren:

  • Büro: Merino-T-Shirt, Merino-Businesshemd, Phil Pullover und Wollmantel. Zieh drinnen den Pullover aus, und du bist immer noch passend für ein Meeting gekleidet.
  • Wochenende: Merino-T-Shirt und ein Arne Flanell- oder Merino-Denimhemd, an den kältesten Tagen mit einem Pullover darüber.
  • Mit dem Rad oder zu Fuß zur Arbeit: Merino-T-Shirt und Flanellhemd unter einer winddichten Jacke. Du kommst warm an, aber nicht verschwitzt.
  • Reisen im Winter: Merino-T-Shirt, leichtes Hemd und ein Zip-Pullover, den du öffnen und schließen kannst, wenn die Temperatur zwischen Bahnsteig, Zug und Hotel wechselt.

Merinowolle im Vergleich zu anderen Winterstoffen

StoffWärme pro GewichtWarm auch feuchtAtmungs­aktivitätGeruchs­resistenzHaltbarkeit
MerinowolleGut (4 von 5)Ausgezeichnet (5 von 5)Ausgezeichnet (5 von 5)Ausgezeichnet (5 von 5)Gut (4 von 5)
BaumwollflanellMäßig (3 von 5)Sehr schlecht (1 von 5)Mäßig (3 von 5)Mäßig (3 von 5)Mäßig (3 von 5)
KaschmirAusgezeichnet (5 von 5)Mäßig (3 von 5)Gut (4 von 5)Gut (4 von 5)Schlecht (2 von 5)
Fleece (Polyester)Gut (4 von 5)Mäßig (3 von 5)Schlecht (2 von 5)Sehr schlecht (1 von 5)Mäßig (3 von 5)
Synthetische ThermowäscheMäßig (3 von 5)Mäßig (3 von 5)Schlecht (2 von 5)Sehr schlecht (1 von 5)Gut (4 von 5)

Bewertung auf einer 5-Punkte-Skala, basierend auf typischen Faser- und Stoffeigenschaften.

Merino vs. Baumwollflanell: Baumwollflanell fühlt sich gemütlich an, aber Baumwolle nimmt Feuchtigkeit auf und hält sie fest. Sobald dir warm war, wird ein Baumwollflanell feucht und kalt, und dicker Baumwollflanell wird unter dem Mantel warm und klobig. Merino-Flanell ist gemessen am Gewicht wärmer, wärmt auch feucht und atmet weiter.

Merino vs. Kaschmir: Kaschmir ist gemessen am Gewicht wärmer und herrlich weich, aber deutlich empfindlicher. Es pillt schneller und scheuert an den Ellbogen früher durch. Für Teile, die du mehrmals pro Woche trägst, ist Merino die langlebigere Wahl.

Merino vs. Fleece: Fleece ist warm und leicht, aber es ist Polyester. Es atmet schlecht, hält Gerüche fest und lässt sich im Büro oder Restaurant kaum tragen. Merino bietet dir vergleichbare Wärme in einem Stoff, den du überall tragen kannst.

Merino vs. synthetische Thermowäsche: Synthetische Basisschichten trocknen schnell, nehmen aber rasch Gerüche an und fühlen sich drinnen klamm an. Für einen ganzen Tag ist ein Merino-T-Shirt die angenehmere Wahl.

Merino im Winter richtig pflegen

Merino ist pflegeleichter, als die meisten denken, und im Winter wäschst du es sogar noch seltener.

  • Lüften statt waschen. Merino widersteht Gerüchen. Nach einem Tag reicht es oft, es über Nacht an die frische Luft zu hängen.
  • Kühl waschen. Unsere Hemden und T-Shirts kannst du bei 30 °C mit Wollwaschmittel in der Maschine waschen.
  • Gewebte Hemden auf dem Bügel trocknen, Strick liegend. Auf dem Bügel hängen sich die Falten eines Hemds beim Trocknen aus. Ein Pullover leiert auf dem Bügel aus, also leg ihn flach auf ein Handtuch.
  • Weg von der Heizung. Direkte Hitze trocknet Wollfasern aus und schwächt sie. Lass dein Merino bei Zimmertemperatur trocknen.
  • Sauber lagern. Wasch deinen Strick am Ende des Winters, bevor du ihn wegräumst, und lagere ihn gefaltet in einem atmungsaktiven Beutel. Motten mögen Wolle, an der noch Spuren von Haut und Schweiß haften.

Alle Details findest du auf unserer Pflegeseite für Merinowolle.

Verantwortungsvoll beschaffte Merinowolle

Wärme darf nicht auf Kosten des Tierwohls gehen. Die Wolle in unseren Hemden ist ZQ-zertifiziert, und unsere T-Shirts und Socken bestehen aus RWS-zertifizierter Wolle. Beide Standards verbieten Mulesing und stellen strenge Anforderungen an Tierwohl und Landbewirtschaftung. Auch die Wolle in unserem Strick ist mulesingfrei.

Finde deine Winterlagen

Ob du ein warmes Flanellhemd fürs Wochenende suchst, einen Pullover fürs Büro oder ein Merino-T-Shirt für unter alles: In unserer Kollektion für warme Winter-Merinowolle findest du die Teile, die dich vom ersten kalten Morgen bis zum letzten angenehm warm halten.

— Joris Smeuninx

Häufige Fragen

Ist Merinowolle warm genug für den Winter?
Ja. Merino hält warme Luft zwischen den gekräuselten Fasern fest, wärmt auch feucht und atmet, wenn dir warm wird. So fühlst du dich draußen wie in geheizten Räumen wohl. Wähle für kalte Tage schwerere Stoffe wie ein Merino-Flanellhemd mit 280 g/m² oder einen Merino-Pullover und trag ein Merino-T-Shirt darunter.
Wie oft muss ich meinen Merino-Pullover waschen?
Viel seltener, als du denkst. Merino nimmt kaum Gerüche an, deshalb reicht es meist, deinen Pullover zwischendurch eine Nacht auf links gedreht auszulüften, damit auch die Achseln Luft bekommen. Mit einem Merino-T-Shirt darunter berührt er deine Haut kaum, sodass Waschen nach fünf bis zehn Tragetagen, oder wenn er sichtbar schmutzig ist, völlig reicht. Dann wasch ihn im Wollprogramm bei 30 °C. Seltener waschen hält deinen Pullover auch länger wie neu.
Ist Merino-Flanell wärmer als Baumwollflanell?
Gemessen am Gewicht, ja. Ein Merino-Flanell kann dünner sein als ein schwerer Baumwollflanell und dich trotzdem genauso warm halten, weil Wolle besser isoliert und auch feucht weiter isoliert. Baumwollflanell wird klamm, sobald du schwitzt, während Merino-Flanell weiter atmet.
Läuft Merinowolle in der Wäsche ein?
Nicht, wenn du sie richtig wäschst. Unsere Hemden und T-Shirts sind bei 30 °C mit Wollwaschmittel maschinenwaschbar. Unsere Pullover auch, aber nur im Wollprogramm. 30 °C ist lauwarm, nicht kalt, und das mit Absicht. Sehr kaltes Wasser reinigt Wolle schlecht, und plötzliche Temperaturwechsel, etwa kaltes Spülen nach einer warmen Wäsche, können sie verfilzen und einlaufen lassen. Das Wollprogramm hält die Temperatur konstant. Heißes Wasser und große Hitze im Trockner lassen Wolle wirklich einlaufen.
Wie kombiniere ich Merinowolle im Winter am besten in Lagen?
Beginne mit einem Merino-T-Shirt als Basisschicht, ergänze ein Merinohemd, Flanellhemd oder einen Pullover als Mittelschicht und schließ mit einem winddichten Mantel ab. An milderen Tagen reichen Basis- und Mittelschicht unter einer leichten Jacke oft aus.
Kratzt Merinowolle?
Superfeine Merinowolle unter etwa 19 Mikron ist so fein, dass die meisten Menschen kein Kratzen spüren. Unsere Hemden und Pullover bestehen aus Merinowolle mit 17,5 Mikron. Wenn normale Wollpullover auf deiner Haut kratzen, ist Merino meist die Lösung.
Kann ich ein Merino-T-Shirt unter einem Businesshemd tragen?
Ja, und im Winter ist das eine der besten Möglichkeiten, Wärme ohne Volumen hinzuzufügen. Ein dünnes Merino-T-Shirt reguliert die Feuchtigkeit auf deiner Haut, sodass dein Hemd trocken und frisch bleibt. Wähl einen Rundhalsausschnitt, wenn du den Kragen offen trägst, oder unter einem weißen Hemd eine Farbe nah an deinem Hautton.